The End of Contemporary Art: How Did Radical Culture Become So Conservative?
steirischer herbst/The End of Contemporary Art: How Did Radical Culture Become So Conservative?
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The End of Contemporary Art: How Did Radical Culture Become So Conservative?
13.11., 18:00–20:00
14.11., 10:30–19:15
Drei Jahrzehnte lang fungierte „zeitgenössische Kunst“ nicht nur als ästhetische Kategorie, sondern als ein weitreichendes, sich selbst legitimierendes globalistisches Paradigma: postkonzeptuell, diskursiv, politisch engagiert und institutionell erfolgreich. Heute steht dieses Paradigma vor einer tiefgreifenden geopolitischen und formalen Krise.
Die zentralen Triebkräfte dieses Wandels sind der weltweite Aufstieg des Autoritarismus, die Krise der westlichen Nachkriegsdemokratie und die nahtlose Aneignung des visuellen und diskursiven Vokabulars der zeitgenössischen Kunst durch illiberale Regime. Autoritäre Staaten lehnen die Moderne nicht immer vollständig ab, sondern bleiben äußerst trendbewusst. Wenn sich progressive zeitgenössische Kunst von kritischer Reflexivität und universaler Emanzipation abwendet und sich stattdessen atmosphärischer Immersion, örtlichen Sitten, „Heilung“ und traditionellem Handwerk zuwendet, schafft sie ungewollt eine Ästhetik, die dem Nationalismus und Schlimmerem entgegenkommt. Unterdessen scheint die Hoffnung für internationale Kunst als Raum für produktive Konflikte geschwunden zu sein, vereitelt durch ein allgegenwärtiges Klima ideologischer Polarisierung.
Dieses Symposium fragt: Wird die zeitgenössische Kunst die heutigen Kulturkriege überstehen, und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Kann ihr progressives Vokabular als Soft-Power-Instrument des globalen Autoritarismus dienen, oder werden die Autokrat:innen sie als etwas Unverbesserliches gänzlich verbieten? Und warum hat die kulturelle Linke zugelassen, dass ihre radikalen Traditionen zu einem konservativen, trendbewussten und leicht kooptierten Regime aus Dekoration und „Virtue Signaling“ verkommen sind?
Keynote: Peter Osborne
Vorträge und Diskussionen mit Noit Banai, Diedrich Diederichsen, Octavian Eșanu, Anselm Franke, Jörg Heiser und Antonia Majača
Organisiert von Ekaterina Degot, David Riff und Pieternel Vermoortel
Foto: Heather Phillipson, The Quaking and the Shaking of Our Previous Making (2026), Installationsansicht, steirischer herbst / Mathias Völzke; mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
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